Hier erhalten Lehrerinnen und Lehrer wichtige Hinweise zur Durchführung des WebQuests.

Frage 1 Was ist das Webquest?

WebQuests (engl. „quest“ = Suche) sind komplexe, computergestützte Lehr-Lern-Arrangements im Internet, die das handlungsorientierte und selbstgesteuerte, teilweise auch autonome Lernen fördern.

Bei dieser in den USA entwickelten Methode erhalten Schüler oder Studenten nach einer Einführung in ein reales Problem eine Aufgabenstellung, die sie mit Hilfe vorgegebener authentischer Informationsquellen in Gruppen bearbeiten. In erster Linie sind diese Quellen aus dem Internet zugänglich und werden dort abgerufen. Es kann jedoch auch weiteres Material z. B. aus Büchern oder Zeitschriften herangezogen werden. Im Gegensatz zum klassischen Frontalunterricht steht hier die eigenständige Arbeit der Lernenden im Vordergrund, die zur selbständigen Konstruktion von Wissen führen soll.

Frage 2 Wie kann man eine Webquest-Aufgabe erfüllen ?

Im Kern geht es bei einem WebQuest um das Lösen einer Aufgabe über ein klar definiertes methodisches Gerüst, das auf einer von den Lehrenden erstellten Webseite, dem WebQuest-Dokument, verzeichnet ist. Dieses Gerüst dient den Schülern als Orientierung und skizziert gleichzeitig den groben Verlauf eines WebQuests. Es sollte mindestens die folgenden sechs Elemente enthalten:

Einleitung: Zu Beginn werden die Lernenden in ein Thema eingeführt. Hier empfiehlt sich eine konkrete und für die Schüler authentische Problemsituation, die beispielsweise anhand von Videos, Skizzen oder einer kleinen Geschichte dargestellt werden kann und die Lernenden idealerweise dazu motiviert, sich aus eigenem Interesse der Thematik zu widmen.
Aufgabe: Anschließend erhalten die Lernenden zu diesem Thema eine konkrete Aufgabenstellung, deren Komplexität von der Thematik, vor allem aber von der Zielgruppe abhängt. Es besteht die Möglichkeit, die Aufgabenstellung mit der Klasse zu diskutieren und ggf. zu verändern oder zu ergänzen. Bei der Formulierung der Aufgabe muss jedoch darauf geachtet werden, dass diese nicht nur durch einfaches „Copy & Paste“ (Kopieren und Einfügen) der gefundenen Informationen gelöst werden kann.
Materialien: Für die Bearbeitung der Aufgabe wird den Schülern eine Vorauswahl von Internetressourcen in Form konkreter Hyperlinks zur Verfügung gestellt. Diese dient jedoch lediglich als Orientierungshilfe, da die Lernenden auch eigene Rechercheaktivitäten entfalten und die dabei gewonnenen Quellen in ihre Bearbeitung einbeziehen sollen. Für Moser, der die amerikanische WebQuest-Methode in einigen Punkten modifizierte, stellt das Internet jedoch nicht das einzige Medium zur Informationsgewinnung dar. Neben dem Internet können und sollen Fachbücher und Lexika ebenso als Quellen herangezogen werden wie Zeitungsartikel oder CD-ROMs. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Expertenauskünfte per E-Mail einzuholen.
Arbeitsprozess: Eine anschließende Prozessbeschreibung soll den Lernenden Hilfestellungen hinsichtlich der Arbeitsorganisation geben. Hier werden Vorschläge gemacht für die einzelnen Arbeitsschritte, die Aufteilung der Gesamtaufgabe in einzelne Teilaufgaben oder grundsätzliche Regeln, die bei Gruppenarbeiten beachtet werden müssen.
Präsentation: Alle Gruppen sollen ihre Lösungen der Klasse in adäquater Form (z. B. als Website oder PowerPoint-Präsentation) präsentieren. Deshalb folgen der Beschreibung der Arbeitsphase Angaben zu der von der Lehrkraft gewünschten Präsentationsform. Für Moser steht diese Phase wesentlich stärker im Mittelpunkt als in der Mehrzahl amerikanischer WebQuests. Laut Moser wird hier eine so genannte Lernspirale in Gang gesetzt.
Evaluation: Abschließend sollte jedes WebQuest evaluiert werden. Auf der einen Seite wird den Schülern hier die Möglichkeit gegeben, eine Reflexion ihres eigenen Lernverhaltens durchzuführen sowie den Lehrkörpern Hinweise zur Verbesserung der Vorbereitung und Durchführung von WebQuests zu geben. Auf der anderen Seite erhalten die Lernenden aber auch ein Feedback seitens der Lehrkraft und der Schüler (Peer-Evaluation同侪互评). Damit sich die Schüler bereits während des Arbeitsprozesses an den relevanten Bewertungskriterien der Lehrkraft und der Schüler orientieren können, sollten diese am Ende jedes WebQuest-Dokuments offen gelegt werden.
Insgesamt umfasst ein WebQuest in der Regel etwa zwei bis acht Unterrichtsstunden (kleine WebQuests). Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit, eine komplexe Fragestellung über einen längeren Zeitraum (unter Umständen über ein Schulhalbjahr) zu bearbeiten (große WebQuests).