Menschenopfer

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Die Religion der Azteken forderte Menschenopfer, um den Lauf der Sonne und den Fortbestand der Welt zu sichern. Die Azteken glaubten, dass das Universum aus dem Kampf zwischen Licht und Dunkelheit entstanden sei. Sie lebten in ständiger Angst vor dem Weltuntergang. In den aztekischen Sagen hatten sich Götter selbst geopfert, um den drohenden Weltuntergang zu verhindern. Nach diesem Vobild opferten sich die Menschen auch selbst. Um aber genügend Menschenopfer darbringen zu können, führten die Azteken Kriege. Kriegszüge hatten in den Augen der Atzeken auch das heilige Ziel, möglichst viele Gefangen zu machen, um diese ihren Göttern zu opfern - manchmal wurden Kriege nur deswegen geführt.

Je nach Gottheit wurden Krieger, Sklaven und Kinder (später auch spanische Konquistadoren) geopfert. Meist waren es jedoch Kriegsgefangene. Auch die Opferrituale waren je nach Gottheit unterschiedlich. Die Anzahl der geopferten Menschen ist umstritten. Die Schätzungen gehen weit auseinander und reichen von einigen tausend bis hin zu 50'000 Menschenopfern pro Jahr. Die spanischen Missionare und Konquistadoren aus der damaligen Zeit haben vermutlich die Zahlen übertrieben, um ihre eigenen Gräueltaten zu rechtfertigen.

Ein Spanier erinnert sich in seinem Tagebuch an den Vorgang einer solchen Menschenopferung, in welchem einige seiner Kameraden geopfert wurden (1521):

" Wir sahen, wie sie viele unserer Männer Federn aufsetzten und sie mit fächerartigen Gegenständen in den Händen zwangen, vor Huitzilopochtli zu tanzen, und nachdem sie getanzt hatten, legten sie sie rücklings auf einige recht schmale Steine, die als Opfersteine dienen sollten, und mit steinernen Messern sägten sie ihnen die Brust auf und warfen ihre zuckenden Herzen heraus und boten sie ihren Göttern dar, und dann traten sie gegen die Körper, so dass diese die Stufen hinabstürzten, und indianische Schlächter, die sich unten bereithielten, schnitten ihnen die Arme und Füsse ab und zogen ihnen die Haut von den Gesichtern (...) später verzerrten sie dann dieses Fleisch mit Pfefferschoten gewürzt bei einem Fest."

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Der Kannibalismus der Azteken konnte eindeutig mit Funden belegt werden. Für sie war die rituelle Verspeisung ihrer Gegner eine heilige Handlung und kein wildes Gelage. Nur die besten Krieger und die vornehmsten Adligen durften daran teilnehmen.  

 


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